01.12.2005

Johnny Ritchek im: "Wetterleuchten"

In seiner Eigenschaft als berühmter Archäologe befand sich Johnny Ritchek bei Ausgrabungen in einer alten fast vergessenen Grabstätte. "Selbstverständlich grabe ich auf eigene Faust aus!" strahlt er stolz. Denn nichts ginge ihm mehr auf die Nerven als "der bürokratische Humbug, bei dem man die Ausgrabung dokumentieren und vermessen muss." Immerhin sei seine teure Digitalkamera bei seinem letzten Abenteuer kaputt gegangen.

Johnny Ritchek schlug also mit seinem Pickel auf mehrere steinernde Grabtafel ein, um zu sehen, wie sie sich verhalten, als sich der dunkle Himmel zu verfärben begann. "So etwas habe ich noch nie gesehen!" staunte er, was gelogen war, wie wir wissen (siehe "Johnny Ritchek in: Die Sternschnuppen Teil 1" vom 3.11.2005).

Was er sah war ein sogenanntes Wetterleuchten. Ein Phänomem, das in den nördlichen Ländern häufig vorkommt. "Die physikalische Erklärung ist recht einfach: Immer wenn die Elektronen der Farbe Rot und der Farbe Blau in der Atmosphäre aufeinander treffen findet eine magnetische Aufladung derselben statt. Die Farb-Atome stossen sich ab, um sich gleich darauf wieder anzuziehen. Das findet unter großem Getöse und Geflatter statt, doch die wenigsten Menschen haben dergleichen je gesehen. Ich weiss so etwas, denn ich bin schlau."

Nur wenige Kilometer entfernt an einer anderen Grabstätte hatte ein ebenfalls berühmter Archäologe namens Ernst Stratcher eine ebenso plausible Erklärung für den Vorgang am Himmel: "Hier spielen die Temperaturen in der Atmosphäre eine große Rolle. Es treffen Heiss und Kalt aufeinander. Doch statt einem fürchterlichen Gewitter tragen die Urgewalten der Natur ihre Spannungen in einem wunderschönen Farbenspiel aus, das schon Künstler vieler Epochen zu ihren bunten Bildern inspiriert hat."

Johnny Ritchek ärgerte sich über seinen altklugen Rivalen und hängte die Archäologie an den Nagel. "Hat mir sowieso keinen Spaß gemacht, im Dreck zu wühlen. Das kann ohnehin jedes Kind viel besser."

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