20.04.2007

Leppmanns größtes Abenteuer Teil 2

Es war später Nachmittag. Der Mann lief die Straße hinunter zum alten Hafen. Wieso er alter Hafen hieß wusste ich nicht - einen neuen gab es hier nicht.
Wenn ich mir die Ausgeburt, die mich einen Esel geschimpft hatte ansah, konnte ich mir vorstellen, dass er tatsächlich einen Arbeitsplatz im Hafen hatte: Sein dicker Pulli schützte ihn vor den kalten Hafenwinden, eine Wollmütze und eine Ankertätowierung auf dem Handrücken ließen sogar an einen Seemann denken.
Ich holte auf- Ich wollte ihn zur Rede stellen. Da schlüpfte er mirnichtsdirnichts in eine Seitengasse. Das war mir nicht geheuer und fast wäre ich umgekehrt und hätte diese Episode für beendet erklärt. Aber die Neugier trieb mich an. Ich folgte ihm in die Seitengasse.

Es war eine sehr enge Seitengasse, überall lag Müll: Zerrupfte Kartons, alter Salat, Sandhaufen, die sich im Laufe der Jahrzehnte vom umher fliegenden Staub gebildet hatten.
Der Seemann rannte nun. Ich auch. Hinterher.
Die enge Gasse machte einen Knick nach links. Kurz verlor ich den Kerl aus den Augen. Ich folgte ihm immer weiter, bis die Seitengasse wieder in die Hauptstrasse mündete, wo er wie anfangs in Richtung alter Hafen schlenderte.

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